Der neue SEPA-Zahlungsverkehr in Europa
Der Euro ist seit 1999 die gemeinsame Währung innerhalb der europäischen Union. SEPA (Single Euro Payments Area) vereinheitlicht nun auch den elektronischen Zahlungsverkehr. Von Überweisungen bis zum Electronic-Banking. In den nächsten Jahren wird alles auf einen gemeinsamen Standard umgestellt.
Der SEPA-Zahlungsverkehr
Der europäische Zahlungsverkehrsraum „SEPA“ (Single Euro Payment Area) rückt immer näher zusammen und präsentiert sich dabei schneller, sicherer und noch einfacher. Mit der Einführung von SEPA verfolgen die teilnehmenden Länder das Ziel, einen einheitlichen Zahlungsverkehr zu gleichen Bedingungen zu schaffen. Euro-Zahlungen im In- und Ausland werden so gleichgestellt. Privatkunden und Unternehmen benötigen in Europa zukünftig nur noch ein einziges Konto. Von diesem aus können alle Überweisungen oder Einzüge erfolgen - schnell, effizient und sicher. Zu den 31 SEPA-Ländern zählen:
Alle 27 EU-Mitgliedsstaaten
Vorteile für jeden
Der neue einheitliche technische und rechtliche Rahmen für den Zahlungsverkehr betrifft Überweisungen, Einzüge und Kartenzahlungen. Das bringt zum Beispiel Vorteile für international tätige Firmen. Auch Privatpersonen, die in mehreren Ländern Zahlungsverkehrsdienste nutzen (z.B. für Ferienhaus im Ausland, bei Berufstätigkeit bzw. Studium mit vielen Auslandsaufenthalten) werden profitieren.
Grenzüberschreitend werden SEPA Zahlungen in Zukunft schneller durchgeführt, nach der Umsetzung der EU-Richtlinie für den einheitlichen europäischen Rechtsrahmen für den Zahlungsverkehr (PSD, Payments Services Directive) wird es noch schneller gehen.
Banken europaweit gleichgestellt
Österreichische Banken können von einem Standort aus die gleichen Vorteile anbieten wie große europäische Bankenkonzerne. Auch wenn die Banken einen großen Teil der Kosten für die Umstellung auf sich nehmen (ca. 100-150 Mio. Euro), wird es durch die SEPA-Einführung keine damit zusammenhängenden Preis-Erhöhungen für die Bankkunden geben. Schließlich ist ein sicherer Zahlungsverkehr eine der wesentlichsten Bank-Dienstleistungen.
Gemeinsame Einführung
Verantwortlich für die Einführung von SEPA ist das European Payments Council (EPC) in Brüssel, das aus Banken und Bankenverbänden aller 31 Länder besteht. Dabei arbeitet das EPC mit der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank zusammen. In Österreich koordinieren die Kreditinstitute, die Österreichische Nationalbank, die Sparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich und der Verband der österreichischen Banken und Bankiers gemeinsam die Umsetzung im „Austrian Payments Council“.
Umsetzungsbereiche
SEPA umfasst:
den zukünftigen EURO Zahlungsverkehr
einheitliche Instrumente für Euro-Zahlungen (Zahlungsanweisungen, Einzüge, Kartenzahlungen etc.)
einheitliche technische Standards und Abwicklungsverfahren
die fortlaufende Entwicklung neuer kundenorientierter Dienstleistungen
Vorteile für Privatkunden und Unternehmer
SEPA schafft viele Vorteile für Privatkunden und Unternehmer bei der Handhabung Ihrer Zahlungen innerhalb Europa als auch international.
Bessere Flexibilität durch die Möglichkeit, sämtliche Überweisungen oder Einzüge über ein Konto in Europa abzuwickeln.
Verbesserte Steuerung der Zahlungsabläufe und Liquidität.
Kostenersparnisse durch Standardisierung.
Einfacher Einkauf von Waren und Dienstleistungen im europäischen Ausland.
Abwicklung bargeldloser, internationaler Transaktionen zu gleichen Konditionen wie im Inland.
Grenzüberschreitend werden SEPA Zahlungen in Zukunft schneller durchgeführt.
Elektronischer Zahlungsverkehr
Anfang des Jahres 2008 wurde der elektronische Zahlungsverkehr in den SEPA-Ländern vereinheitlicht. Diese erlaubt allen
- Verbrauchern,
- Unternehmen
- und sonstigen Wirtschaftsakteuren
unabhängig von dem Land, in dem Sie sich befinden, Euro-Zahlungen über Electronic Banking zu den selben Bedingungen zu tätigen und zu empfangen.
SEPA-Zahlungsanweisung
Mit 1. Juli 2008 gibt es die neue SEPA-Überweisung. Diese ermöglicht für alle Überweisungen innerhalb der SEPA-Länder nur mehr den Inlandspreis. Privatkunden und Unternehmen benötigen in Europa zukünftig nur noch ein einziges Konto für ihre Überweisungen und Einzüge.
IBAN statt Kontonummer und Bankleitzahl
Die IBAN (International Bank Account Number) ist die international eindeutige Darstellung einer Kontonummer. Eine österreichische IBAN besteht aus 20 Stellen und ist folgendermaßen aufgebaut:
2-stelliges ISO-Länderkennzeichen (AT)
Ihre IBAN ist weltweit einzigartig. Mit der Prüfziffer wird sofort festgestellt, ob die angegebene IBAN richtig ist. So lassen sich Schreib- oder Tippfehler frühzeitig erkennen und fehlerhafte Aufträge werden nicht weitergeleitet. So wird die Überweisung für Sie transparenter und zeitsparender.
BIC für Auslandsüberweisungen
Bei Auslandsüberweisungen geben Sie zusätzlich zu Ihrer IBAN den BIC als zweites Identifikationsmerkmal an. BIC steht für Bank Identifier Code und ist auch als SWIFT-Code bekannt. Der BIC besteht aus 8 oder 11 Ziffern, die sich wie folgt zusammensetzen:
2-stelliger Ländercode (AT für Österreich)
2-stellige Codierung des Ortes
Optional 3-stellige Kennzeichnung der Filiale
Wo Sie IBAN und BIC finden
IBAN und BIC stehen auf Ihren Kontoauszügen. In den kommenden Jahren finden Sie beide auf neu ausgegebenen Bankomatkarten.
SEPA Einzüge (SEPA Direct Debit - SDD
Für die Konsumenten bringt das neue, in allen Euro-Ländern einheitliche Einzugsverfahren eine längere Einspruchsfrist bei strittigen bzw. nicht autorisierten Einzügen (acht Wochen ab Einzugsdatum) und einen exakten Fälligkeitstermin für einen Einzug. Sie wissen also in Zukunft den exakten Tag der Kontobelastung. Die Einführung ist bis November 2009 geplant.
SEPA Kartenzahlungen (SEPA Cards)
Bankkarten mit Zahlungsfunktion werden künftig europaweit noch mehr forciert. Österreichische Kunden werden kaum Änderungen merken, da sie meist schon heute ihre Bankkarte in den SEPA-Teilnehmerländern wie zu Hause nutzen können. Durch mehr Akzeptanzstellen werden die elektronischen Zahlungen deutlich zunehmen und es wird weniger Bargeld für den täglichen Zahlungsverkehr notwendig sein. Ein Umtausch österreichischer Bankkarten ist nicht erforderlich. Die Umsetzung ist bis 2010 geplant.
SEPA Credit Transfer (SCT)
Dieser ist ein vollautomatisiertes Zahlungsverkehrsinstrument ohne Betragslimit für Inlands- und grenzüberschreitende Euro-Überweisungen mit einer Überweisungsdauer von maximal drei Tagen (ab 2012 innerhalb der EU nur noch einen Tag). SCT wird in Österreich seit 28.1.2008 angeboten, europaweite Umsetzung ist bis 2010 geplant.
Weitere Informationen
Nähere Informationen erhalten Sie auch unter: http://www.austrianpaymentscouncil.at. Gerne berät Sie auch Ihr Volksbank-Berater zu den neuen Überweisungsstandards mit der SEPA-Überweisung. Vereinbaren Sie über das nachfolgende Formular gleich einen Termin mit Ihrem Berater.